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CO2 Zertifikate handeln – Trading mit Rohstoffen

  • Beitrags-Kategorie:Rohstoffe
  • Lesedauer:10 min Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

Die globale Erderwärmung ist eines der drängendsten Probleme unserer heutigen Zeit. Um den Klimawandel so weit wie möglich einzudämmen, nimmt die Politik nicht nur den einzelnen Bürger, sondern auch die Wirtschaft mit in die Pflicht. Unter anderem wird bestimmten Unternehmen auferlegt, ihre Treibhausgasemissionen deutlich zurückfahren. Um dies durchzusetzen, müssen die betroffenen Betriebe mit sogenannten CO2 Zertifikaten handeln.

Zuletzt sind deren Preise deutlich gestiegen. Vielen Privatanlegern, die gerne mit Rohstoffen handeln, ist gar nicht bewusst, dass Sie an dieser Preisentwicklung teilhaben können. Wie Sie CO2 Zertifikate privat handeln können, ob es entsprechende CFDs gibt und alles Weitere, was Sie zum Thema wissen müssen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was sind CO2-Zertifikate?

C02-Zertifktate sind ein von den Vereinten Nationen konzeptioniertes Instrument, welches die großen Industriestaaten bzw. deren Unternehmen zur Einhaltung bestimmter Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen bewegen soll. Der Beschluss zur Einführung dieses Instrumentes wurde im Zuge des im Dezember 1997 vereinbarten und 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokolls getroffen. Im Kyoto-Protokoll wurden zum ersten Mal verbindlichen C02-Grenzwerte festgelegt.

Der zugrundeliegende Mechanismus funktioniert so: Jedes von den Regelungen betroffene Land (Entwicklungsländer wurden bspw. ausgenommen) erhält eine bestimmte Menge an CO2-Zertifikaten, welche an die Unternehmen weitergegeben werden. Jedes dieser Zertifikate stellt eine Art Berechtigungsschein dar, um genau eine Tonne Kohlendioxid innerhalb eines bestimmten Zeitraumes emittieren zu dürfen.

Die Menge dieser Berechtigungsscheine ist zahlenmäßig entsprechend der individuellen CO2-Grenzwerte jedes Staates gedeckelt. CO2 darf also nur noch dann ausgestoßen werden, wenn man über ein entsprechendes Zertifikat verfügt.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Die CO2 Zertifikate werden von den Staaten an diejenigen inländischen Unternehmen ausgeteilt, deren Tätigkeit als besonders umweltschädlich gilt. Dies betrifft vor allem Stromproduzenten, die Luftfahrbranche, Eisen- und Stahlproduzenten, Zementwerke oder Raffinerien. Ein Teil der Zertifikate wird über eine Art Auktion versteigert, ein kleiner Rest hingegen wird kostenlos verteilt. Letzteres wird damit begründet, dass etwa die Schwerindustrie ansonsten kaum noch ökonomisch arbeiten könnte und abwandern würde.

Wenn ein Unternehmen mehr Treibhausgase produziert, als ihm dies laut der vorhandenen Anzahl an Zertifikaten erlaubt ist, muss es kostenpflichtig neue Zertifikate erwerben. Dadurch entsteht ein monetärer Anreiz, den Ausstoß von Kohlendioxid möglichst gering zu halten.

Diese neuen Zertifikate können beispielsweise von anderen Unternehmen erworben werben, die weniger Treibhausgase ausgestoßen haben als geplant und entsprechende Zertifikate übrighaben. Wenn Unternehmen oder Staaten mit CO2 Zertifikaten handeln, wird dies als Emissionshandel bezeichnet. Um die immer ehrgeizigeren Klimaziele zu erreichen, sinkt die Anzahl der verfügbaren CO2 Zertifikate übrigens kontinuierlich.

Der europäische Emissionshandel wird EU-ETS genannt. Die hier zum Handel verpflichteten europäischen Unternehmen sind für etwa 45 % der hiesigen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Zertifikate werden durch die Deutsche Emissionshandelsstelle versteigert. Außerdem können Unternehmen, wie bereits erwähnt, direkt miteinander handeln oder dies über die Energiebörse European Energy Exchange (kurz: EEX) in Leipzig tun. Übrigens können nicht nur Unternehmen, sondern auch Staaten und institutionelle Anleger mit CO2 Zertifikaten handeln.

Indem bestimmte Unternehmen verpflichtet werden, CO2 Zertifikate zu handeln, wird Folgendes bezweckt:

  • Es sollen Anreize für Unternehmen geschaffen werden, weniger CO2 auszustoßen;
  • Unternehmen sollen gezwungen werden, an klimafreundlichen Produktionsprozessen zu forschen;
  • Durch die generierten Einnahmen sollen klimafreundliche Projekte subventioniert werden.

Europäischer Emissionshandel vs. nationaler Emissionshandel

Vom eben beschriebenen europäischen Emissionshandel EU-ETS abzugrenzen ist der auf dem Pariser Klimaabkommen aufbauende nationale Emissionshandelssystem (nEHS) in Deutschland. Letzteres funktioniert zusammen mit dem europäischen Mechanismus und ergänzt diesen. Während im EU-ETS nur die Betriebe belangt werden, die direkt Kohlendioxid ausstoßen, richtet sich das nEHS vor allem an sogenannte Inverkehrbringer von Brennstoffen. Damit sind z. B. Tankstellen, Energieversorger und Hersteller von Brennstoffen gemeint. Diese müssen neuerdings auch mit CO2 Zertifikaten handeln, obwohl sie nicht zwangsläufig selbst Kohlendioxid ausstoßen.

Dieses indirekte System wurde deswegen gewählt, da es viel zu aufwendig wäre, jeden einzelnen Bürger zum Kauf von Zertifikaten zu verpflichten. Daher wurde bei den vorgelagerten Stellen (also Tankstellen etc.) angesetzt. Diese geben die Kosten des nationalen Emissionshandels durch höhere Preise an die Bürger weiter. Daher stammt der im Volksmund gebrauchte Begriff der CO2-Steuer.

Um den betroffenen Betrieben ausreichend Zeit zur Akklimatisierung zu geben, werden Zertifikate des nEHS bis 2025 zu (jährlich steigenden) Festpreisen verkauft. 2021 kostet die Tonne Kohlendioxid 25,00 Euro; 2025 werden es bereits 55,00 Euro sein. Die Umstellung auf das im EU-ETS bereits funktionierende Auktionssystem folgt dann 2026. Eine Doppelbesteuerung von Unternehmen, die sowohl im europäischen als auch im nationalen Emissionshandel Zertifikate erwerben müssen, gibt es nicht. Entsprechende Erstattungsregeln verhindern dies.

Wer kauft und verkauft CO2-Zertifikate?

CO2 Zertifikate handeln sowohl Unternehmen als auch Staaten miteinander. Außerdem können auch institutionelle Anleger und Hedgefonds an der EEX mit CO2 Zertifikaten handeln. CO2 Zertifikate privat zu handeln, ist auf direktem Wege nicht möglich. Privatanleger können allerdings auf indirektem Wege mit offiziellen CO2 Zertifikaten handeln. Wie das geht, dazu später mehr.

Vorsicht: Im Internet finden sich dennoch dutzende Angebote zum Kauf von CO2 Zertifikaten, die sich explizit an Privatleute richten. Dies kann zu Missverständnissen führen. Denn hierbei handelt es sich nicht um offizielle Zertifikate, die auch an der EEX gehandelt werden. Vielmehr sind hierunter freiwillige Zahlungen zum Ausgleich des eigenen CO2-Abdruckes zu verstehen.

Durch das für diese Zertifikate bezahlte Geld werden Klimaschutzprojekte finanziell unterstützt. Der vom Kunden gezahlte Betrag ist exakt so hoch, dass genau eine Tonne Kohlendioxid eingespart wird, sofern das unterstützte Klimaschutzprojekte realisiert wird. Wer also konkret etwas für die Umwelt tun will, kann auf diese Art und Weise einen monetären Beitrag leisten. Falls Sie offizielle CO2 Zertifikate privat handeln wollen und diese als Anlageprodukt sehen, sind diese Unterstützungsleistungen für Klimaschutzprojekte für Sie ungeeignet.

Wie viele CO2-Zertifikate gibt es und kommen welche hinzu?

Da die Gesamtmenge an Kohlendioxid, welches EU-weit emittiert werden darf, schrittweise gesenkt werden soll, muss logischerweise auch die Anzahl der im Umlauf befindlichen Berechtigungsscheine sinken. Das angepeilte Ziel: Bis 2030 eine CO2-Reduktion von 55 % gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen. CO2 Zertifikate zu handeln, wird also immer teurer.

Derzeit sinkt die Zahl der ausgegebenen Zertifikate um 2,2 % pro Jahr. Außerdem gibt es einen Mechanismus namens Marktstabilitätsreserve, der einem möglichen Preisverfall entgegenwirken soll. Wenn die Anzahl der im Umlauf befindlichen Zertifikate 833 Millionen Stück übersteigt, wird die Auktionsmenge im nächsten Jahr um 24 % gekürzt. Die im Umlauf befindlichen Zertifikate errechnen sich durch die seit 2008 insgesamt herausgegebenen Zertifikate abzüglich aller seitdem zurückgegebenen Zertifikate. Es wird angepeilt, dass die Anzahl der Zertifikate sich in einem Korridor von 400 bis 833 Millionen Stück bewegen soll.

Welche Einflussfaktoren gibt es auf den Preis von CO2-Zertifikaten?

Um erfolgreich CO2-Zertifikate als CFDs zu handeln, sollte man über die Einflussfaktoren Bescheid wissen, die den Preis verändern können. 

Verringerung der Anzahl der Zertifikate

Sofern die Anzahl der Zertifikate stärker sinkt, als die Unternehmen ihren Kohlendioxid-Ausstoß herunterfahren können, steigt der Preis der Zertifikate. Wie im vorherigen Absatz beschrieben, ist genau dies der Fall: Die Anzahl der Zertifikate sinkt konstant.

Strengere politische Vorgaben

Falls grüne Parteien bzw. deren Positionen in der europäischen Politik weiter an Einfluss gewinnen sollten, könnten die Klimaziele weiter verschärft werden. So könnten es von politischer Seite aus weitere Bestrebungen geben, die Anzahl der Zertifikate zu verringern.

Spekulation mit Zertifikaten

Immer wieder wird darüber berichtet, dass einige Unternehmen, die mit CO2 Zertifikaten handeln müssen, mehr von diesen kaufen, als sie eigentlich bräuchten. Diese Betriebe spekulieren offensichtlich auf zukünftig steigende Preise und versuchen, sich die Zertifikate frühzeitig und aus ihrer Sicht noch günstig zu kaufen. Auch Hedgefonds könnten als Preistreiber agieren.

Allgemeine Wirtschaftslage

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass der Preis der Zertifikate fällt, sofern es in der Wirtschaft kriselt. Dies ist naheliegend, denn wenn Industrieunternehmen aufgrund stillstehender Produktionsbänder kein oder weniger Kohlendioxid ausstoßen, werden auch weniger Zertifikate benötigt.

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Wie kann man CO2 Zertifikate als Privatanleger handeln?

Wie bereits erwähnt, können Privatanleger nicht direkt in echte Zertifikate an der EEX investieren. Der einfachste Weg, um CO2 Zertifikate privat zu handeln, sind Indexzertifikate. Darunter versteht man Wertpapiere, die die Preisentwicklung eines zugrunde liegenden Basiswertes (hier: den Wert der CO2 Zertifikate) eins zu eins abbilden. Als Privatanleger profitieren Sie somit von steigenden Preisen. Sinken die Preise, verliert Ihr Zertifikat in gleichem Maße an Wert. Daneben gibt es noch verschiedene Hebel-Zertifikate, die es ermöglichen, indirekt CO2 Zertifikate zu handeln. Der maximale Hebelfaktor liegt aktuell bei fünf.

Das CFD-Trading mit CO2 Zertifikaten wird aktuell leider nur von wenigen CFD-Brokern angeboten. Hier eine kompakte Übersicht mit CFD-Brokern, bei denen man CFDs auf CO2-Zertifikate handeln kann:

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Vorteile des Tradings mit CFDs auf CO2 Zertifikate:

Generell ist das CFD-Trading für Risiko-affine Privatanleger, die kurzfristige Preisschwankungen eines Basiswertes ausnutzen wollen, geeignet. Ein CFD ist somit ein derivatives Finanzprodukt, das den Abschluss eines Vertrags mit dem Broker auf einen Basiswert ermöglicht. Steigt der Basiswert, schuldet Ihnen der Broker die Differenz zwischen dem Kurs bei Vertragsschluss und dem Kurs beim Verkauf des CFDs.

Gegenüber direkten Rohstoffinvestments liegt der Vorteil bei CFDs für Privatanleger darin, dass man keine laufenden Kosten für die Lagerung seiner Assets hat. Außerdem sind Sie mit CFDs variabler in Ihrer Investmententscheidung als bei anderen Anlagemöglichkeiten. Denn sie können auch auf fallende Kurse spekulieren. Bei Indexzertifikaten ist dies nicht möglich. Des Weiteren bieten gehebelte CFDs eine attraktive Chance auf hohe Gewinne, allerdings erhöhen sich dadurch auch die Verlustrisiken.

Risikohinweis XTB: CFDs sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 73% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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